Voraussichtlich Ende August beziehungsweise Anfang September 2026 erscheint die 14. Ausgabe meines PORTRAIT MAGAZINE. Auch diesmal bleibt das Magazin der Idee treu, Portraitfotografie nicht als lose Sammlung einzelner Bilder zu zeigen, sondern als zusammenhängende Bildstrecken mit Stimmung, Rhythmus und fotografischem Gedankengang.
Für mich ist das ein bewusst gedrucktes Medium. Auf Papier verändert sich die Wahrnehmung von Bildern. Man betrachtet sie langsamer, sieht Beziehungen zwischen einzelnen Fotografien klarer und erlebt eine Serie als Ganzes. Genau dafür entsteht jede neue Ausgabe.
Drei fotografische Geschichten in einer Ausgabe
PORTRAIT MAGAZINE 14 verbindet drei Editorials, die auf unterschiedliche Weise zeigen, wie stark Licht, Umgebung, Ausdruck und Reduktion die Wirkung eines Portraits prägen können. Jede dieser Geschichten folgt einer eigenen Stimmung, bleibt aber Teil einer gemeinsamen fotografischen Haltung.

Mich interessiert dabei nicht nur das einzelne gute Bild. Spannend wird es dann, wenn mehrere Fotografien miteinander sprechen, sich ergänzen und eine Atmosphäre aufbauen. Gerade in der Portraitfotografie entsteht so mehr als ein schöner Moment: Es entsteht eine Bildstrecke mit innerer Spannung und einer klaren visuellen Sprache.
Licht, Ort und Emotion
Die drei Serien dieser Ausgabe beschäftigen sich auf unterschiedliche Weise mit dem, was für mich ein Portrait interessant macht: Licht, Umgebung und die Begegnung mit dem Menschen vor der Kamera.
In Depth in Light and Shadow mit Irina Lozovaya steht das Zusammenspiel von Licht und Schatten im Mittelpunkt. Gerade in der Schwarzweissfotografie müssen nicht alle Bereiche eines Bildes vollständig sichtbar sein. Schatten, reduzierte Tonwerte und feine Übergänge schaffen Tiefe und lassen Raum für Interpretation. Wenn Details wegfallen, treten Ausdruck, Form, Haut und Präsenz stärker in den Vordergrund.
Die Portraitserie mit Fabia führt nach Venedig. Dabei interessiert mich weniger die bekannte Kulisse der Stadt als ihre unscheinbaren Orte: kleine Gassen, Mauern, Hauseingänge, Reflexionen und besondere Lichtsituationen. Die Umgebung wird nicht zum eigentlichen Motiv, sondern zu einem Teil der Geschichte. Model, Licht und Location treten miteinander in Beziehung und bilden eine gemeinsame Bildsprache. Dieser Ansatz prägt auch meine PORTRAIT INTENSE CLASS in Venedig, bei der es darum geht, aus diesen Elementen zusammenhängende Bildserien zu entwickeln.
Mit Melancholy wird die Bildsprache ruhiger und emotionaler. Mich interessieren hier besonders jene Momente zwischen den bewussten Posen – ein Blick, eine kleine Bewegung, Distanz oder eine zurückhaltende Geste. Solche Augenblicke lassen sich nur bedingt inszenieren. Sie entstehen durch Vertrauen, Kommunikation und die Bereitschaft, dem Menschen vor der Kamera Raum zu geben.
So unterschiedlich die drei Serien erscheinen mögen, verbindet sie derselbe Gedanke: Ein Portrait muss nicht alles zeigen oder erklären. Oft entsteht seine Stärke gerade durch Reduktion – durch das bewusste Weglassen und durch jene leisen Momente, die genügend Raum für eine eigene Geschichte lassen.
Black and White as an Attitude
Neben den fotografischen Editorials enthält PORTRAIT MAGAZINE 14 erneut einen persönlichen Text. Unter dem Titel Black and White as an Attitude geht es darum, weshalb Schwarzweissfotografie für mich weit mehr ist als eine nachträgliche Entscheidung in der Bildbearbeitung.
Schwarzweiss beginnt bereits vor dem Auslösen. Es beeinflusst, wie ich Licht wahrnehme, welche Locations mich interessieren, welche Kleidung ich auswähle und wie ich ein Portrait komponiere. Farben verlieren ihre Bedeutung und andere Elemente treten stärker hervor: Gesichtsausdruck, Formen, Haut, Strukturen, Kontraste und Tonwerte.


Damit wird Schwarzweiss weniger zu einem Look als zu einer fotografischen Haltung. Es fordert Reduktion, Klarheit und einen bewussten Umgang mit der Bildidee. Die Frage ist nicht nur, wie ein Bild wirkt, sondern auch, was es wirklich braucht, um zu tragen.
Warum ein gedrucktes Portrait Magazin?
In einer Zeit, in der täglich sehr viele Fotografien über Displays konsumiert werden, empfinde ich Print zunehmend als Gegenbewegung. Ein Magazin kann nicht weitergescrollt werden. Eine Doppelseite bleibt bestehen. Zwei Fotografien stehen bewusst nebeneinander und eine Serie entwickelt ihren eigenen Rhythmus.
Genau dieser Gedanke ist ein wesentlicher Bestandteil des PORTRAIT MAGAZINE. Die einzelnen Ausgaben dokumentieren nicht nur meine fotografische Arbeit. Sie zeigen gleichzeitig, wie sich meine Bildsprache, meine Themen und meine Sicht auf Portraitfotografie weiterentwickeln.

Für mich ist das gedruckte Magazin auch eine Einladung, Bilder wieder langsamer zu lesen. Wer eine Bildstrecke auf Papier betrachtet, nimmt oft feiner wahr, wie Licht, Nähe und Distanz, Pose und Raum zusammenspielen. Das ist für die Portraitfotografie ein wertvoller Blick, weil er über den schnellen ersten Eindruck hinausführt.
Vorbestellung und kleiner Hinweis zur Verfügbarkeit
PORTRAIT MAGAZINE 14 wird voraussichtlich Ende August beziehungsweise Anfang September 2026 versendet. Wie bei den letzten Ausgaben erscheint es nur in einer kleinen, limitierten Auflage. Ein Teil der Exemplare kann bereits vor dem Erscheinen reserviert beziehungsweise vorbestellt werden.
Aktuell stehen zudem noch einzelne kostenlose Exemplare zur Verfügung. Für die Bestellung kann der Rabattcode freemag verwendet werden, solange das entsprechende Kontingent verfügbar ist.

Wer meine Portraitfotografie nicht nur auf einem Bildschirm betrachten, sondern als zusammenhängende Bildstrecken auf Papier erleben möchte, findet in Ausgabe 14 drei sehr unterschiedliche fotografische Geschichten und einige Gedanken darüber, weshalb Schwarzweiss für mich längst mehr als nur eine Art der Bildbearbeitung geworden ist.
Für mich bleibt genau das der Kern: bewusst fotografieren, Bilder reduzieren und der Wirkung von Licht, Ausdruck und Atmosphäre mehr Raum geben. Oft entsteht gerade dort die stärkste Fotografie, wo nicht alles erklärt wird, sondern etwas offen bleibt.
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